Martin Ploderer
Des Dichters Tat ist das Wort
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Nicht „entweder – oder“, sondern „sowohl als auch“ ist die Dynamik des Lebens.


Um Not zu wenden dichtet der Dichter. Er dichtet und ver-dichtet durch das Wort. Es ist ihm Not-Wendigkeit zu dichten, zu ver-dichten. Das Wort hat Macht und der Dichter ver-wendet sie. Zum Guten. Denn das Wort wird auch zum Schlechten ver-wendet – ge-wendet – ver-wandelt. Dann wandelt es durch die Welt und ver-dreht die Welt. Weil sich das Wort drehen und wenden läßt. Weil es drehbar und wendig ist. Weil es ge-braucht und miß-braucht werden kann. 

Wort ist auch Waffe. Waffe der Unverständigen, um sich an der Ungerechtigkeit der Welt zu rächen. Waffe der Verständigen, um Welt wieder herzustellen – Welt her zu stellen. Wo aber Waffe – da auch Kampf. Unverstand kämpft gegen Weisheit. Unverstand bezeichnet Weisheit als Dummheit. Weisheit weiß und schweigt deshalb… So bleibt Weisheit als Dummheit be-zeichnet, ge-zeichnet und wehrt sich nicht. Oder doch? 

Ob Wahrheit eines Tages ans Licht kommt? Unverstand hat die Begriffe so sehr verwirrt, daß zuweilen auch Weisheit an der Wahrheit zweifelt, ver-zweifelt. Unverstand aber hält sich für weise – und bekämpft Weisheit, weil er sie nie verstehen wird. Ein Dilemma…

So oder ähnlich fühlt wohl der Dichter, wenn er Er-Kenntnis erfährt. Dann bleibt ihm nur ein Weg, ein Aus-Weg: Dichten.