Martin Ploderer
Des Dichters Tat ist das Wort
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Gedanken für den Tag, ORF-Programm Ö1 (17. - 22. November 2014)
zum Nachlesen




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Erkenntnis ist meistens nur eine Frage des gesunden Menschenverstandes...

Na ja, und einer großen Anzahl von Irrtümern...

Es ist zumindest naiv, zu glauben, ein Mensch, den ich einen Idioten heiße, weil er meine Meinung nicht teilt, könnte sich dadurch eines Tages meine Meinung zu eigen machen.

Handle so, als ob das Heil der Welt davon abhinge. Eines Tages wirst Du erkennen, daß es tatsächlich so ist.

Wer nicht an das Gute glaubt und den Sinn des Lebens in Frage stellt, kann eines Tages sehr leicht gefährlich werden.

Ein erfülltes Leben beherrscht die Kunst des Zulassens. 

Der Zeitgeist ist die zur Doktrin verkommene Ahnungslosigkeit.

Eigentlich schade: Für vermiedene Irrtümer und Fehlentscheidungen gibt es keine Belohnung. Es bleiben lediglich deren böse Folgen aus. Das allein sollte jedoch zuweilen schon ein ausreichender Anreiz sein. (Den Politikern ins Stammbuch...)

 

 

Es gibt Menschen, die mit Bewunderung und Anerkennung auf andere blicken, die Großes geschaffen haben. Sie lassen sich von ihnen hinaufziehen und wachsen daran. Es gibt Andere, die die Sterne vom Himmel und auf ihre Ebene holen wollen und sie dann noch mit Füßen treten. Dabei zerstören sie sich und die Anderen.


Der außergewöhnliche Mensch tut das, was der gewöhnliche Mensch von anderen erwartet, aber selber nicht tut.

Wenn man einem dummen Menschen sagt, daß er dumm sei, dann schlägt er einem ins Gesicht. Wenn mann einem intelligenten Menschen sagt, daß er dumm sei, dann gibt er einem Recht.
Es ist nicht immer leicht, die Wahrheit zu sagen...

Es gibt nur eine zulässige Verallgemeinerung, nämlich daß alle anderen Verallgemeinerungen unzulässig sind.

Prognosen und Prophezeiungen aller Art nützen ausschließlich ihren Urhebern - auf Kosten jener, die daran glauben!

Was in Zukunft geschehen wird, ist eine Folge dessen, was gestern und heute geschah und geschieht. Klingt so einfach und einleuchtend, daß kaum jemand daran denkt. Da läuft man doch lieber irgendwelchen Verschwörungstheorien und Ideologien nach, als zur eigenen Verantwortung (= Freiheit!) zu stehen.

Leider ist der Manipulierte stets der Letzte, der auf die Idee kommt, er könnte selber auch manipuliert sein. Oft erkennt man ihn daran, daß er seinen Peiniger lautstark verteidigt...

Die Freiheit, über die wir verfügen, ist in großer Gefahr: für nebulose Vorstellungen von Sicherheit geben wir sie scheibchenweise preis.

Freiheit ohne Gebrauchsanweisung kann fatale Folgen haben. Wir können das derzeit gerade in Echtzeit mitverfolgen.

Frei zu sein bedeutet auch fähig zu sein, etwas, das man tun könnte, nicht zu tun.

Der Unaufrichtige spiegelt sich in der Wahrheit. Der Wahrhaftige sieht durch den Lügner hindurch.

Es ist deshalb so schwer, Wahrheit verständlich zu formulieren, weil der Unaufrichtige sie schon verdreht entgegennimmt.

Die Behauptung, es gebe keine Wahrheit, entspringt dem Paroxysmus der Absurdität und übersieht die Tatsache, daß der Satz "Es gibt keine Wahrheit" sich selber ad absurdum führt...

Das Konzept der "Gleichheit" ist die Ursache der größten Ungerechtigkeiten.


 

 

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Die Dynamik des Lebens und damit das Leben selbst entfaltet sich im Spannungsfeld zwischen normierten Vorgaben auf der einen und der Unfähigkeit des Menschen, diesen Normen restlos zu genügen, auf der anderen Seite. Dabei lauert an beiden Enden Totalitarismus: bei jenen, die meinen, der Weg in die ewige Glückseligkeit sei mit der Einhaltung von Regeln gepflastert, deren Sinnhaftigkeit nicht weiter in Frage zu stellen sei, genauso wie bei jenen, die in der schrankenlosen Freizügigkeit ihr und aller Menschen Heil suchen. Sie alle sitzen in Glashäusern und werfen mit spitzen Steinen auf die jeweils anderen und merken nicht, daß der Anspruch der menschlichen Freiheit und Verantwortung den ganzen Menschen in jedem Augenblick seiner Existenz fordert.

So gesehen ist es eigentlich ein Wunder, daß wir hier und heute doch noch Rahmenbedingungen vorfinden, die uns zumindest das Angebot einer durchaus weitgehenden Freiheit gewährleisten… Ob diese dann auch genützt wird, ist zumeist eine Frage des individuellen Engagements.


 

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"Das Gespinst der Lüge umstrickt den Besten, der Redliche kann nicht durchdringen, die kriechende Mittelmäßigkeit kommt weiter, als das geflügelte Talent, der Schein regiert die Welt, und die Gerechtigkeit ist nur auf der Bühne."

Friedrich von Schiller "Der Parasit"


 

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Ich danke allen, die meine Träume belächelt haben;
Sie haben meine Phantasie beflügelt.
Ich danke allen, die mich in ihr Schema pressen wollten;
Sie haben mich den Wert der Freiheit gelehrt.

 

Ich danke allen, die mich belogen haben;
Sie haben mir die Kraft der Wahrheit gezeigt.
Ich danke allen, die nicht an mich geglaubt haben;
Sie haben mir zugemutet, Berge zu versetzen.
Ich danke allen, die mich abgeschrieben haben;
Sie haben meinen Mut geweckt.
 

 

Ich danke allen, die mich verlassen haben;
Sie haben mir Raum gegeben für Neues.
Ich danke allen, die mich verraten und missbraucht haben;
Sie haben mich wachsam werden lassen.
Ich danke allen, die mich verletzt haben;
Sie haben mich gelehrt, im Schmerz zu wachsen.
Ich danke allen, die meinen Frieden gestört haben;
Sie haben mich stark gemacht, dafür einzutreten.

 

Vor allem aber danke ich all jenen,
die mich lieben, so wie ich bin;
Sie geben mir die Kraft zum Leben!
Danke.

Paulo Coelho